Broker und die Abgeltungssteuer

Sie suchen nach einem Broker ohne Abgeltungssteuer? Doch was ist diese überhaupt? Und wie lässt sich diese Abgabe umgehen? In diesem Beitrag erfahren Sie alles Wichtige!

    1. Broker ohne Abgeltungssteuer? Was ist diese Abgabe überhaupt?

Die Abgeltungssteuer ist in Deutschland seit 2009 gültig. Zuvor wurde der persönliche Steuersatz für eine Versteuerung aller genannten Einkünfte zugrunde gelegt. In diesem Zusammenhang musste lediglich die Anlage „KAP“ ausgefüllt beziehungsweise ein Kreuzchen gesetzt werden, sofern sich die Einnahmen im Rahmen des Steuerfreibetrags bewegten. Es oblag also dem Trader selbst, die erzielten Gewinne an das Finanzamt zu melden.

Seit 2009 ist das wie gesagt anders. Denn zu diesem Zeitpunkt wurde die Abgeltungssteuer eingeführt.

  • Seitdem muss auf sämtliche Erträge, die aus Zertifikaten, Investmentfonds und Kursgewinnen resultieren, eine Abgabe gezahlt werden.
  • Die sogenannte Abgeltungssteuer.
  • Dies gilt übrigens auch für Zinsen und Dividenden.
  • Und auch Fondausschüttungen fallen in diese Kategorie.
  • Für sämtliche Kapitaleinkünfte gilt dabei ein vereinheitlichter Steuersatz.
  • Dieser beträgt 25 %.
  • Hinzu kommt noch der Solidaritätszuschlag.

Die Aufgabe, die Gewinne an das Finanzamt zu melden, obliegt also nicht mehr dem Trader, sondern der Bank. Der erwirtschaftete Gewinn und somit die Abgeltungssteuer wird nun vom Kreditinstitut automatisch an das Finanzamt weiter gemeldet.

Allerdings kann ein sofortiger Abzug der Abgabe bis zu einer bestimmten Grenze umgangen werden. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass ein Freistellungsauftrag eingereicht wird. Ist man im Besitz von Depots und Konten bei mehreren Banken, muss jedes dieser Institute einen eigenen Auftrag erhalten.

  • Wie hoch dieser anzusetzen ist, sollte im Vorfeld abgeschätzt werden.
  • Generell darf der Freibetrag für Singles einen Wert von 801 Euro nicht überschreiten.
  • Bei Ehepaaren gilt der Betrag von 1.602 Euro.

Noch eine kurze Bemerkung zum Solidaritätszuschlag: Dieser beträgt 5,5 % und kommt zusätzlich zur Abgeltungssteuer hinzu. Dieser Zuschlag wird jedoch nicht auf den Gesamtbetrag angerechnet. Sondern auf die Abgeltungssteuer!

  • Somit ergibt sich insgesamt ein Prozentsatz von 26.375 %.
  • Wenn der persönliche Steuersatz allerdings unterhalb von 25 % liegt, kann man sich von seiner Bank gegen Jahresende eine Jahressteuerbescheinigung für sich ausstellen lassen.
  • Diese gibt an, wie viele Steuern bereits abgeführt worden sind.
  • Diese Bescheinigung kann der Steuererklärung mit beigefügt werden.
  • Danach kann man von einer Erstattung profitieren.

Doch ergibt sich hieraus folgende Problematik: Aktive Trader, die Gewinne realisieren, werden, bedingt durch den sofortigen Abzug der Abgeltungssteuer, weniger Geld für das Re-Investieren zur Verfügung haben.

 

    1. Wie einen Broker ohne Abgeltungssteuer finden?

Es gibt also gute Gründe dafür, sich einen Broker zu suchen, der dies zu umgehen weiß. Viele Trader schauen sich deshalb nach Anbietern im Ausland um. Denn im Gegensatz zu deutschen Unternehmen sind diese nicht von der Steuerreform betroffen.

  • Bekannte Beispiele sind etwa Agora Direct, ein Anbieter, der aus den USA stammt.
  • Oder Interactive Brokers aus London.

Nach der derzeitigen Sachlage werden seitens dieser Broker keine Informationen über die erzielten Gewinne an das Finanzamt weitergegeben. Trotzdem ist man als deutscher Staatsbürger natürlich steuerpflichtig. Doch wird die Abgeltungssteuer aufgrund der Steuererklärung erst im folgenden Jahr bezahlt werden müssen.

  • Somit können Sie bis zum Zahlen der Steuerschuld von einem Zinsvorteil profitieren.
  • Und haben zusätzlich Kapital für weitere Investitionen zur Verfügung.

Es gibt übrigens gewisse Unterschiede zwischen europäischen und US-amerikanischen Brokern. Denn das europäische Steuerrecht wird aller Voraussicht nach immer weiter harmonisiert werden. Daher ist es nicht ausgeschlossen, dass die hiesigen Broker auf lange Sicht gesehen die Abgeltungssteuer direkt an die deutschen Behörden weiterleiten werden.

      1. Warum überhaupt einen Broker bemühen?

Manch einer mag sich an dieser Stelle fragen: „Warum sollte ich überhaupt einen Broker für meinen Handel bemühen?“ Dies hat folgenden Grund: Optionen werden – im Gegensatz zu Aktien, Optionsscheinen und Zertifikaten – direkt an den Terminbörsen (auch Optionen-Börsen genannt) getradet. Hierfür benötigt man einen direkten und persönlichen Zugang.

Diesen Zugang kann in der Regel nur durch einen Dienstleister gewährt werden. Dieser muss Ihnen die Börsentermingeschäftsfähigkeit erteilen, bevor Sie in das Trading einsteigen können.

  • Diese „Vermittler“ werden Broker genannt.
  • In diese Kategorie fallen Bank oder Hausbank, Sparkasse sowie weitere Geldinstitute und Anbieter.
    1. Broker ohne Abgeltungssteuer: Wie diese Abgabe am besten umgehen?

Wir haben es oben ja bereits angesprochen, warum es sinnvoll ist, diese Abgabe (erst einmal) zu umgehen – besonders im Bereich CFD, ETFS und Forex Handel. Der beste Schritt ist hierfür die Wahl eines Brokers, der seinen Hauptsitz in den USA oder in Großbritannien hat. In diesem Zusammenhang kann man von mehreren Vorteilen profitieren:

  • Die Broker in Großbritannien werden von der britischen Finanzbehörde umfassend kontrolliert.
  • Somit kann man sich sicher sein, dass es ein seriöser Anbieter ist.
  • Zugleich muss man eben nicht den sofortigen Abzug der Abgeltungssteuer befürchten – wie dies bei den deutschen Brokern der Fall wäre.

Der ausländische Broker wird einem vielmehr einmal jährlich eine Bescheinigung erstellen, die alle erzielten Gewinne aufzählt. Auf diese Weise werden die Gewinne bei der Steuererklärung dann versteuert – aber eben nicht sofort.

      1. Was sind empfehlenswerte Broker ohne Abgeltungssteuer?

Schön und gut – doch welche Broker können einem genau diesen „Service“ bieten? Schließlich ist es besonders für Laien angesichts der großen Auswahl an Anbietern nicht leicht, auf Anhieb de passenden für sich zu finden…

Ein renommierter und anerkannter Anbieter in diesem Bereich ist Plus500. Dieser gilt als der größte CFD Broker weltweit und kann seinen Kunden diverse attraktive Leistungen anbieten. Auch der Umstand, dass die Mindesteinlage lediglich 100 Euro beträgt, ist ein Grund, warum sich Kunden aus aller Welt für diesen Broker entscheiden. Und natürlich das Kriterium, dass nicht sofort eine Abgeltungssteuer gezahlt werden muss..

Ähnlich sieht es bei dem Anbieter Lynx Broker aus. Wer bevorzugt mit Zertifikaten, ETFs, Warrants, Aktien und Optionen handelt beziehungsweise handeln möchte, der sollte sich diesen Broker mal etwas genauer ansehen. Auch dieser ist bekannt für sein faires Preis-Leistungs-Verhältnis sowie den guten Konditionen für Kunden.

    1. Broker ohne Abgeltungssteuer: Was gibt es noch zu beachten?

Sie haben einen guten und seriösen Broker ohne Abgeltungssteuer für sich gefunden? Herzlichen Glückwunsch! Doch gibt es hierbei natürlich noch so einiges zu beachten. So hängt es nämlich von dem ausgewählten Anbieter ab, ob automatisch eine Jahresbescheinigung erstellt und übersandt wird – oder ob man diese extra anfordern muss. Auch dies gilt es also, im Hinterkopf zu behalten!

Danach muss die Anlage KAP bei der Steuererklärung ausgefüllt werden – wie dies bereits vor 2009 die gängige Praxis war.

Immer wieder wird auch die Frage an uns herangetragen, wie hoch die Steuer für die Gewinne aus dem Handel mit den Finanzderivaten eigentlich ist. Hierbei gilt Folgendes:

  • Jeder Euro, der über den Freibetrag von 801 Euro bzw. 1.602 Euro hinausgeht, zieht maximal 25 % an Steuern und Solidaritätszuschlag nach sich.
  • Somit werden höchstens 26.375 % Steuern verlangt.
  • Wer Kirchensteuer zahlt, muss noch einmal mit 8 bis 9 % Abgaben rechnen (dies ist abhängig von dem jeweiligen Bundesland).
  • Allerdings kann die Kirchensteuer umgehend wieder von dem Solidaritätszuschlag sowie der Kapitalertragssteuer abgesetzt werden.
  • Die maximale Besteuerung wird also ca. 28 % betragen.
      1. Broker ohne Abgeltungssteuer: Und wie hoch sind nun die Steuern?

Wie hoch die Abgaben ausfallen, hängt von dem jeweiligen Steuersatz ab. Wer weniger verdient, muss nicht so viel zahlen. Liegt der Steuersatz also unterhalb besagter 25 %, so wird auch das Besteuern auf die Kapitaleinkünfte geringer ausfallen.

  • Hier gilt ein Grundfreibetrag in Höhe von 8.354 Euro.
  • Wer beispielsweise Student ist und weniger als diesen Betrag bezieht, der wird keine Steuern bezahlen müssen.
  • Wird der Grundfreibetrag jedoch überschritten, wird ein Steuersatz von 14 % zuzüglich Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag angesetzt.

Es gibt in der Hinsicht also so einiges zu beachten! Und für nicht wenige Normalbürger ist das deutsche Steuersystem nicht immer leicht zu durchschauen – ganz im Gegenteil. Und so kann sich schnell mancher (unnötiger) Fehler bei der Erklärung mit einschleichen – und einiges an Ärger nach sich ziehen. Wer auf Nummer sicher gehen will, der sollte sich an eine Fachperson wie etwa an einen Steuerberater wenden. Dieser kann einen auch gleichzeitig umfassend beraten, was sich eventuell noch alles von der Steuer absetzen lässt.

    1. Broker ohne Abgeltungssteuer finden: Was ist noch wichtig?

Wir raten Ihnen in jedem Fall, einen umfassenden Vergleich zu unternehmen! Auf diese Weise finden Sie nicht nur den Broker, der Ihnen die besten Konditionen und Leistungen bieten kann. Gleichzeitig ist auch sichergestellt, dass es sich hierbei um einen seriösen und vertrauenswürdigen Anbieter handelt!

  • Zumal sich die verschiedenen Broker teils gravierend in Sachen Angeboten und Leistungen voneinander unterscheiden.
  • Dies gilt für die unterschiedlichsten Bereiche.
  • Auch dies ist ein Grund dafür, genau hinzusehen und sich nicht übereilt für das erstbeste Angebot zu entscheiden!

Das lässt sich beispielsweise an den Gebühren ablesen: So manch einer verlangt in diesem Zusammenhang Gebühren von mehr als 100 Euro – und das für einen einzigen Trade! Zum Vergleich: „Normal“ ist hier ein Betrag zwischen 1,50 Euro und 5 Euro.

Wichtige Hinweise hierzu können Sie auch über die Tests auf unabhängigen Portalen finden sowie über die Erfahrungsberichte anderer User. Zugleich lohnt es sich, ein persönliches Anlageprofil zu erstellen und sich zu überlegen, was die individuellen Prioritäten sind. Auf diese Weise werden Sie erfahrungsgemäß schnell den Broker finden, der wirklich zu Ihnen passt!

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